Digital Signage Software Guide

Digital Signage Software Guide

Sie haben sich entschieden, Digital Signage einzusetzen – etwa für Bildschirmwerbung oder als digitales Schwarzes Brett? Eine gute Idee. Aber welche der zahlreichen Softwarelösungen ist die richtige für Ihren Bedarf? Um hier Klarheit zu schaffen, möchten wir Ihnen einen grundlegenden und umfassenden Überblick rund um die relevanten Anforderungen geben, die Sie bei der Wahl der optimalen Digital Signage Software berücksichtigen sollten, um das Maximum aus dieser Kommunikationsform herauszuholen. Ebenso soll unser Software Guide eine Hilfestellung sein, falls Sie ein Digital Signage Projekt planen und ein entsprechendes Lastenheft erstellen müssen. Unser Software-Guide wird dabei laufend aktualisiert. (Aktueller Stand: 12.07.2021)

 

 

 

Disclaimer: Mit unserem Software Guide möchten wir uns nicht in technischen Details verirren, auch wenn diese für eine passende Software selbstverständlich wichtig sind. An der Stelle gibt es auch keinen Vergleich oder eine Empfehlung für eine bestimmte Software. Gerade am Anfang sind es die übergeordneten konzeptionellen und organisatorischen Fragen, die beantwortet werden müssen, um eine wirklich passende Lösung zu finden. In unserem Geschäftsalltag haben wir festgestellt, dass es gerade diese sind, die den Unterschied machen. Sofern über unseren Guide hinaus Detailfragen offen sind, so stehen wir mit unserem Team gerne zur Verfügung.

 

 


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Inhaltsverzeichnis

  1. Grundsätzliches
  2. Konzeptionelle Anforderungen
  3. Organisatorische Anforderungen
  4. Technische Anforderungen
  5. Compliance, Sicherheit & Datenschutz
  6. Checkliste

 

 

1. Grundsätzliches

Wie funktioniert Digital Signage?

Das Kernelement eines jeden Digital Signage Systems stellt die Software bzw. das Content-Managementsystem (CMS) dahinter dar. Mittels cloudbasiertem Back-End können Inhalte an einzelnen oder mehreren Standorten zentral gesteuert werden. Von der Architektur besteht das System i.d.R. aus einem cloudbasierten Back-End (Server), einem Bildschirm (Anzeigegerät) und einer lokalen Steuereinheit (Player), auf den sämtliche Media-Daten übertragen werden. Die Funktionsweise sieht dabei wie folgt aus:

 

Flexibles Content-Management

 

Bei den meisten Softwarelösungen können alle relevanten Aktivitäten über das webbasierte CMS gesteuert werden. An dieser Stelle sind i.d.R. keine zusätzlichen Installationen erforderlich. Sofern bei der eingesetzten Software ein Nutzer- bzw. Rechtemanagement vorhanden ist, so kann das Content-Management entweder zentral gesteuert oder an Mitarbeiter vor Ort delegiert werden. Die schematische Darstellung soll klar machen, weshalb gerade der Software eine entscheidende Rolle zukommt und man gut beraten ist, verschiedene Perspektiven bei der Auswahl einzubeziehen. Je besser es gelingt die individuellen Anforderung des Use-Case bei der Wahl der passenden Software zu berücksichtigen, desto zielführender ist die Umsetzung bzw. umso weniger können einem diese nachträglich auf die Füße fallen.

 

Schritt für Schritt

Unserer Erfahrung nach sind fast immer mehrere Fachbereiche wie Human Ressources, Marketing und IT bei der Konzeption, Umsetzung und am Betrieb beteiligt. Jeder Fachbereich hat dabei ganz eigene Anforderungen an das Gesamtsystem. Je nachdem, wer dabei führend ist, werden bestimmte Anforderungen vorrangig betont – und das birgt die Gefahr, aneinander vorbeizuarbeiten und möglicherweise falsche Schwerpunkte zu setzen. Deshalb ist es wichtig, die ersten Schritte strategisch nacheinander zu gehen und zunächst die konzeptionellen Anforderungen zu klären, anschließend die organisatorischen Anforderungen. Erst wenn diese feststehen, geht es in der Regel an die konkrete technische Ausgestaltung, auch wenn diese nicht weniger wichtig ist. Die nachfolgende Frage sollte dabei zwingend im Mittelpunkt stehen:

 

Wofür genau soll die Software verwendet werden und wie lassen sich die Anforderungen am effizientesten umsetzen?

Es ist essenziell, diese Frage vorab zu klären. Denn ansonsten besteht die Gefahr, entweder mit „Kanonen auf Spatzen zu schießen“ oder dass die Lösung zu unterdimensioniert ausfällt und man dies später bereut, weil benötigte Anforderungen vielleicht mittelfristig nie erfüllt werden können. Bildlich gesprochen kann ein einfacher USB-Stick bereits helfen, oder aber eine High-End Lösung erforderlich sein. Die Digital Signage Software muss zu Ihrer Zielen und der Organisation passen.

Dabei gilt die Faustregel: Je größer und komplexer der spätere Roll-Out, desto umfassender müssen die nachfolgenden Perspektiven berücksichtigt werden. Überlegen Sie sich zunächst, was Sie mit Digital Signage erreichen möchten, und welche Anforderungen sich aus der Organisationsstruktur Ihres Unternehmens ergeben.

 

2. Konzeptionelle Anforderungen

Bleiben wir noch kurz bei der Frage, zu welchem Zweck eine Digital Signage Software eingesetzt werden soll. Denn hier entscheidet sich bereits, wie komplex bzw. umfassend die entsprechende Lösung sein muss. Die nachfolgenden Teilfragen sollen eine gewisse Orientierung geben, wohin die Reise grob gehen soll.

 

Passive oder interaktive Darstellung?
Geht es einfach nur darum, ein paar simple Inhalte passiv darzustellen – beispielsweise eine Anzeige, ob ein Sitzungsraum belegt ist oder wo ein Fluchtweg verläuft? Dann wird die Software weniger kompliziert sein müssen als bei ständig wechselnden, interaktiven Darstellungen wie bei einer Infostele.
Sind Planungsmöglichkeiten notwendig?
Muss die Software in der Lage sein, die Bildschirme häufig zu aktualisieren und verschiedenste Inhalte darzustellen, sind oft auch mehrschichtige Planungsmöglichkeiten von Vorteil. Dies ist beispielsweise bei Werbedisplays sinnvoll, auf denen Inhalten wie Bilder oder Videos zu gewissen Zeitpunkten ausgespielt werden sollen. Gegebenenfalls ergibt sogar eine Automatisierungsfunktion Sinn. Ebenso stellt sich die Frage, welche Individualisierungsmöglichkeiten benötigt werden.
Soll der Content bzw. die Playlisten dynamisch steuerbar sein?
Digital Signage bietet den Vorteil, ganz gezielt Inhalte an die Menschen zu bringen, wenn sie auch wirklich benötigt werden. Dazu kann man die Software mit sogenannten Hardwaretriggern noch intelligenter gestalten: beispielsweise durch Bewegungssensoren, die mit einer digitaler Nachtbeschilderung gekoppelt sind. Diese Beschilderung wird erst dann aktiv, wenn eine Person in der Nähe ist. Auch eine Verbindung mit sogenannten Softwaretriggern ist möglich. Das können etwa Schnittstellen zu intelligenten Kamerasystemen sein. Entsprechend gilt es, solche hochintelligenten Lösungen bei der Konzeption der Software zu berücksichtigen.
Ist das Lastenheft vorab bekannt oder soll es im Prozess dynamisch entwickelt werden?
Eine entscheidende Frage, die sich spätestens dann stellt, wenn man Kontakt mit einem Partner aufnimmt, der Lösungen entwickeln oder umsetzen soll. Denn im Fall, dass zunächst mit einer im Umfang begrenzten Basisversion eines Produkts (sog. „Minimum Viable Product“ – kurz: MVP) gearbeitet wird, das auf Basis von Erfahrungen sukzessive und dynamisch erweitert wird, ist die Anforderung an ein Digital Signage System selbstverständlich eine hohe Flexibilität und Erweiterbarkeit. Soll jedoch von Beginn an eine umfassende Lösung umgesetzt werden, dann muss die Digital Signage Software alle relevanten Features bereits enthalten.

Wie sieht das Gesamt-Setup aus?
Überlegen Sie sich, in welchem Umfang Sie Digital Signage einsetzen werden. Handelt es sich um eine Einzellösung wie einen Bildschirm in einem Wartezimmer, ein Netzwerk von Lösungen wie mehrere digitale Schwarze Bretter in einem Unternehmen, oder sogar um ein Netzwerk mit verschiedenen Standorten und Lösungen, bei dem etwa Werbescreens mit Infostelen kombiniert werden?

 

3. Organisatorische Anforderungen

Mit einem Blick auf Ihre Organisation und fachliche Zuständigkeiten verrät ebenfalls viel darüber, welche Digital Signage Software für Sie am besten passt.

 

Wie ist meine Organisation strukturiert?
Wir haben schon erfahren, dass Inhalte über ein Content Management System (CMS) gesteuert werden. Gerade bei größeren Organisationen arbeiten mehrere Rollen mit unterschiedlichen Zuständigkeiten und Befugnissen in diesem System. Daher ist es sehr oft notwendig, die verschiedenen Nutzergruppen mit zugeschnittenen Bedienungsrechten zu versehen. So wird es immer solche Nutzer geben, die einen Vollzugriff auf alle Funktionalitäten haben, quasi als Administratoren. Andere Nutzer wiederum beschränken sich vielleicht nur darauf, Medien hochzuladen. Für jede Aufgabe sind also die passenden Rechte verfügbar, so dass eigentlich niemand etwas falsch machen kann, was im Übrigen auch die Bedienung erleichtert. Ein solches hierarchisches Nutzermanagement erlaubt eine flexible Zusammenarbeit verschiedener Rollen und eine hervorragende Kontrolle über das Geschehen.

 

Das ist dann besonders hilfreich, wenn eine Organisation dezentral organisiert ist oder gar externe Dienstleister ins Spiel kommen. So kann etwa bei einem digitalen Schwarzen Brett eine Agentur Inhalte kreieren, die von der hausinternen Kommunikationsabteilung (oder mehreren Abteilungen!) bearbeitet werden. Die Personalabteilung gibt diese Inhalte schließlich frei. Und das standortunabhängig. Unabdingbar ist ein solches Nutzermanagement auch, wenn ein externer IT-Dienstleister mit im Spiel ist. Denn dann ist ein Fernzugriff auf relevante Systemeigenschaften eine unabdingbare Voraussetzung.

 

Für die Implementierung solcher Strukturen ist ein gewisses Know-How bzw. Erfahrung erforderlich – aber hier können Sie beruhigt sein: die meisten Systeme sind in aller Regel benutzerfreundlich und intuitiv bedienbar. Was früher oft ein Ausschlusskriterium war, ist heute oftmals nur noch weniger relevant, da die meisten Systeme sich hier deutlich weiterentwickelt haben und dies zukünftig auch weiter tun.

Content Management: Wie und wann sollen meine Inhalte auf den Bildschirm erscheinen?
Was auf einem Bildschirm, einer Infostele oder einer anderen digitalen Anzeige erscheint, bedingt ebenfalls ein paar Anforderungen an die Software. Ist es etwa notwendig, dass Inhalte zeitlich gesteuert werden können? Bei aktuellen Angeboten, die Sie Ihren Kunden im Geschäft auf einem Bildschirm präsentieren,  können Sie genau definieren, in welchem Zeitraum welche Inhalte automatisch sichtbar sind – und das sogar minutengenau. Und es ist noch mehr möglich: wenn beispielsweise ein Modegeschäft über Filialen an verschiedenen Standorten verfügt, in denen regional spezifische Sonderangebote gültig sind, dann lässt sich auch das mittels einer geeigneten Software berücksichtigen. Und wenn der Wetterbericht entsprechend ist, dann kann man abhängig von der Witterung spontan ein Sonderangebot für Regenschirme auf das Display bringen. Viele Varianten sind hier denkbar. Und genau solche Wünsche bedingen die Wahl der geeigneten Software.

Werden auch externe Daten verwendet?
Eine Software ist grundsätzlich mit vielen Dateiformaten kompatibel. Allerdings sollte man auch hier vorsichtshalber prüfen, mit welchen gängigen Formaten gearbeitet wird. Handelt es sich um Fotoformate, Bewegtbild oder weiteren dynamischen Inhalt? Bevor eine Software aufgesetzt wird, sollte geklärt sein, ob auch tatsächlich alle absehbaren Medien verarbeitet werden können oder ob Lösungen für spezielle Fälle gefunden werden müssen. Insbesondere bei Livedaten von Webshops oder Websites, bei Kassendaten oder Daten aus einem ERP-System müssen die Schnittstellen stimmen.

 

4. Technische Anforderungen

Vor technischen Betrachtungen scheut man oft zurück, weil man sich schnell überfordert fühlen kann. Auch hier gilt, ein grundsätzlicher Überblick ist schon die halbe Miete, denn oft sind es die grundlegenden Dinge die einen großen Unterschied ausmachen. In nachfolgendem Unterkapitel sollen die Basics näher betrachtet werden. Bei Detailfragen stehen wir von HR Infotainment Ihnen gerne zur Seite, insbesondere wenn es auch darum geht, technische Anforderungen in den verschiedenen Konstellationen zu prüfen.

 

Software-as-a-Service (Cloud) vs. On-Premise (eigener Server)?
Ausgehend vom Know-How und den Kapazitäten der eigenen IT, sollte man sich zunächst Gedanken bzgl. der Infrastruktur im Back-End machen. Was zunächst trivial klingt, ist gar nicht so selbstverständlich, denn jeder Use-Case hat seinen eigenen Vor- und Nachteile. Eine cloudbasierte Lösung ist zunächst praktisch, wenn es um operative Dinge geht, da bei der as-a-Service-Variante systemrelevante Dinge vom Anbieter gestellt werden. Demgegenüber ist das Thema Compliance zu stellen, denn bei einem fremdbetriebenen System stellt sich immer die Frage, wer die Hoheit über die Daten hat bzw. wie zuverlässig diese von einem externen Anbieter geschützt werden können. Spätestens wenn sensible interne Informationen über verschiedene Schnittstellen integriert werden, kommt man um die On-Premise-Variante meist nicht herum. Gerade im Hinblick auf den laufenden Betrieb sollten sicherheitstechnische Anforderungen maßgebend sein, denn jedes Digital Signage System ist öffentlich eingesetzte Infrastruktur mit einer Internetverbindung, die in kontrolliertem Maß nach außen kommuniziert.

System-on-Chip vs. separater Player?
Da zum Back-End meist ein komplementäres Front-End gehört, sollte man sich hier ebenfalls vorab Gedanken machen. Grundsätzlich gibt es im Digital Signage Bereich zwei Arten von Steuereinheiten, entweder sind diese direkt im Display integriert (System-on-Chip) oder sie kommen in Form von separaten Computern (Player) daher. Beide Formen haben jeweils Vor- und Nachteile, die es im jeweiligen Use-Case abzuwägen gilt. Da SoC-Displays meist mit einer vor konfigurierten Software des Herstellers daherkommen und dies im Preis des Displays einkalkuliert ist, sollte vorab geklärt werden, ob ebd. für den angestrebten Betrieb bereits ausreicht oder ob eine externe Software benötigt wird. Sofern man zu einer externen Software tendiert, so sollte man sich stets im Klaren sein, dass die Steuerungsmöglichkeiten des Systems an das Display bzw. das dahinterstehende Betriebssystem des Displayherstellers gebunden sind. Bei der Verwendung eines separaten Players ist man hingegen komplett flexibel.

 

  • Vorteil SoC: Es wird keine zusätzliche Hardware zum Display benötigt
  • Nachteil SoC: Oftmals eingeschränkte Funktionalität, Steuerungsmöglichkeiten abhängig vom Display/ Hersteller
  • Vorteil externer Player: Flexible Konfiguration und Erweiterungsmöglichkeiten, schneller Austausch im Servicefall
  • Nachteil externer Player: Zusätzliche, separate Hardware erforderlich
Betriebssystem der Steuereinheit?
Basierend auf den Antworten der ersten Teilfragen ist es ebenfalls relevant, sich Gedanke bzgl. dem Betriebssystem des Players zu machen. Während SoC-Varianten wie zuvor erwähnt als geschlossene Systeme daherkommen bzw. Software und Betriebssystem aufeinander abgestimmt sind (z.B. Samsung: Betriebssystem: Tizen – Software: MagicInfo; LG: Betriebssystem: webOS – Software: SuperSign), so der Einsatz externer Software bzw. der Einsatz separater Player vorsichtiger anzugehen.

 

Neben den grundlegenden Kompatibilitätsfragen sind hier sicherheitsrelevante Aspekte zu beachten. Denn, mit entsprechender Software sollten sich nach Möglichkeit alle systemrelevanten Eigenschaften, wie bspw. der Systemzugriff, die Steuerung von Updates oder Art und Umfang der Datenübertragung kontrollieren lassen. Sofern das System nicht unter komplette Kontrolle gebracht werden kann, so ist dies ein Problem, dass sich früher oder später äußern kann. Das Paradebeispiel hier sind Anwendungen auf Windows-Systemen, die durch ein Update oder ähnliches unterbrochen werden. Obwohl dies ein eher harmloses Beispiel ist, sollte man sich im Klaren sein, was passieren kann, wenn man nicht das komplette System unter Kontrolle hat.

Was sind die Mindestanforderungen der jeweiligen Software?
Im Bezug auf technische Aspekte ist die meistgestellte Frage die der Mindestanforderungen der Software. Grundsätzlich ist diese Frage auch berechtigt, denn ein falsch konfiguriertes Setup ist nicht allzu selten Hauptursache bei Ausfällen. Nichtsdestotrotz driftet die Entscheidungsfindung hier oft in eine falsche Richtung ab. Das interessante an der Stelle, die Antwort auf die Frage selbst ist relativ, da sie im Wesentlichen von konzeptionellen Dingen bestimmt wird. Zwar ist es wichtig, dass die verwendete Software in Kombination mit dem Betriebssystem möglichst effizient daherkommt.  Der Abwärtskompatibilität entgegenstehend sollte man sich eher Gedanken bzgl. der Entwicklungsrichtung des Setups machen. Wenn das eingesetzte Setup bspw. von den Features sukzessive erweitert werden soll,  so sollte dies mit der verwenden Software a) möglich sein und b) effizient umgesetzt werden können. Wenn entsprechende Features bspw. nur über umständliche, rechenintensive Workarounds möglich sind, so kommt man selbst mit der initial besten Software schnell an Grenzen.

Welche Dateiformate werden unterstützt?
Bei der Auswahl der geeigneten Software sollten zudem die unterstützten Dateiformate berücksichtigt werden. Neben den Mindestanforderungen der gängigen Bild- und Videoformate, sollte die Darstellung von HTML5-Content ebenfalls unterstützt werden, da hierdurch eine Vielzahl an webbasierten Inhalte integriert werden kann. Die Kompatibilität zu weiteren Dateiformaten ist optional zu überprüfen.
Welche Schnittstellen unterstützt die Software?
Je nachdem ob die Integration externer Daten geplant wird, ist die Verfügbarkeit der relevanten Schnittstellen vorab zu prüfen. Gängige Schnittstellen in diesem Bereich sind:

 

  • XML, CSV
  • RSS bzw. RDF-Newsfeed
  • REST-API

 

5. Compliance, Sicherheit und Datenschutz

Wir können nicht oft genug betonen, wie wichtig das Thema Compliance, Sicherheit und Datenschutz im Digital Signage Bereich ist. Wenn ein System einmal von Fremden gekapert wurde, kann das schnell unangenehme Folgen haben. In einem solchen Fall ist die Darstellung von unerwünschten Inhalten zwar ein prominentes Beispiel, jedoch bei weitem nicht die schwerwiegendste Auswirkung – Stichwort Remote Control bzw. Remote Code Execution. Digital Signage Lösungen sind wie bereits dargelegt, als öffentlicher Teil der IT-Infrastruktur anzusehen und entsprechend sensibel sollte die Thematik betrachtet werden. Abgesehen von den grundsätzlichen Anforderungen an die Datensicherheit im Bereich Hosting, sollte man bei der Suche nach der geeigneten Software unbedingt die nachfolgenden Aspekte berücksichtigen.

 

Compliance/ Ausfallsicherheit
Ein Stromausfall oder ein Ausfall des Internets kann passieren. Für diesen Fall sollte man sich unbedingt ein Fallnetz parat legen, so dass negative Auswirkungen, wie ein Komplettausfall vermieden werden.  Gerade wenn es in entsprechenden Use-Case gesetzliche Anforderungen bzgl. der Darstellung gibt, wie bspw. beim Brandschutz, so sollte es zwingend ein Fall-Back für verschiedene Ausfallszenarien geben. Nach einem Stromausfall sollte das System sofort wieder starten und auf lokal gespeicherte Daten zurückgreifen können. Im Idealfall ist die Software so konzipiert, dass Darstellung und Funktion auch bei einem Ausfall der Datenverbindung gewährleistet sind. In einer solch reduzierten Variante ist eine Internetverbindung nur noch dann erforderlich, wenn Updates eingespielt werden müssen.
Absicherung Webkonsole

Wie eingangs erwähnt, werden ein Großteil aller Digital Signage Lösungen über ein cloudbasiertes Back-End verwaltet. Im laufenden Betrieb wird darüber hinaus oft einer Vielzahl an Nutzern Zugang zu diesem bzw. zu einem separatem Back-End freigeschalten. Um einen gewissen Schutz vor unbefugten Zugriffen zu gewährleisten, sollten die nachfolgenden Punkte vorab geprüft werden.

 

  • SaaS vs. On-Premise: Abhängigkeit vom Anbieter vs. Eigenverantwortung für Updates/ Monitoring
  • Unique-URL vs. Shared-URL: Zugang über eigene URL vs. geteilter Zugang über eine zentral-genutzte URL
  • Zugriffs- und Bearbeitungsrechte: Möglichkeit Nutzern selektive Zugriffs- und Bearbeitungsrechte zu geben
  • Multi-Step-Login: Login über mehrere Schritte, um automatisierten Programmen (Bots) Zugriff zu erschweren
  • Passwort- bzw. Login-Policy: Möglichkeit individuelle Regeln für Passwörter, Anzahl der Login-Versuche o.ä. zu definieren
  • IP-Beschränkung: Zugriffsbeschränkung auf Webkonsole in Abhängigkeit von der IP-Adresse
  • Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA): Multifaktor-Authentifizierung in allen Variationen (SMS, Authenticator-App, etc.)

Absicherung der Datenübertragung
Fast genauso wichtig wie die Absicherung der Webkonsole, ist die der Datenübertragung. Als Nutzer hat man zwar nur bedingt Einfluss auf diese, da die Übertragung von System bzw. der Software festgelegt wird, das Ergebnis ist aber fast dasselbe, da entweder Daten abgegriffen werden (bspw. „Man-in-the-middle„) oder Externe über die Nutzung ebd. Zugriff auf das Back-End erlangen können. Um hier gem. den jeweiligen Anforderungen ein entsprechenden Schutz zu gewährleisten, sollten folgende Punkte vor dem Einsatz der Software geprüft werden.

 

  • Portkonfiguration: Die benötigten Ports der Software sind mit internen Anforderungen abzuklären, ggf. müssen diese änderbar sein
  • Datenübertragung via Gateway: Für eine sichere Datenübertragung zwischen Client und Server sollte nach Möglichkeit ein VPN genutzt werden
  • Datentransfer via TCP/IP: Der Datentransfer sollte möglichst über ein sicheres Protokoll erfolgen, dass eine beidseitig geprüfte Übertragung garantiert
  • HTTP/HTTPS-Protokolle: Um die Sicherheit der Übertragung zu erhöhen, kann optional eine ergänzende Verschlüsselung, wie bspw. TLS/ SSL, eingesetzt werden
  • Proprietäre Protokolle: Je nach Einsatzgebiet und der Klassifikation der Daten, kann die Verwendung proprietärer Protokolle gem. dem ISO/ OSI-Modell erforderlich sein
  • Weitere Authentifikationen: Bei Übertragung und Nutzung hochsensibler Daten sind ggf. weitere Authentifikation, wie bspw. eine 2-Key-Authentification zu prüfen
Absicherung Digital Signage Player
Wenn man sicherheitsrelevante Anforderungen prüft, sollte zu guter Letzt der Digital Signage Player in der Sicherheitskette betrachtet werden. Was hier in Bezug auf Software erstmal irritierend klingt, hat einen ernsten Hintergrund, denn jegliche Maßnahmen im Back-End sind umsonst, wenn man hier Abstriche macht. Da die Absicherung der eingesetzten PCs in Abhängigkeit vom Setup bzw. dem Betriebssystem eine eigene Welt darstellt, aber gerade auch hier die meisten Dinge versäumt werden, möchten wir nachfolgend auf die grundsätzlichen Dinge eingehen.

 

Kontrolle über das Betriebssystem

Der bei Abstand wichtigste Punkt, der häufig vernachlässigt wird, ist die Kontrolle des Betriebssystems. Nicht allzu selten werden Digital Signage Lösungen als separate Anwendungen auf einem entsprechenden Betriebssystem installiert (wahlweise Windows), wodurch nur bedingt oder keine Kontrolle über das System vorhanden ist. Zwar besteht häufig die Möglichkeit via Remote-Zugriff entsprechende Aktivitäten zu kontrollieren und anzustoßen, ohne komplette Kontrolle bzw. Lockdown aller Aktivitäten, bleibt dies letztendlich eine „Never-Ending-Story“. Der Klassiker an der Stelle sind Updates, die ungewollt ausgeführt werden und Systemeinstellungen verändern. Ohne dauerhafte Kontrolle ebd. bleibt so, neben möglichen Systemausfällen bzw. Stören, immer ein Spalt offen, der für potentiell schädliche Dinge genutzt werden kann.

 

Kontrolle der Hardware-Ports

Um den physischen Zugriff Externer zu vermeiden, sollte neben einer entsprechenden Verbauung, relevante Einstellungen im Player-Setup hinterlegt werden. Um hier eine hohe Flexibilität, insb. auch bei Serviceeinsätzen zu haben, wäre es von Vorteil wenn dies über die Digital Signage Software gesteuert werden kann. Dies setzt aber in gewisser Weise die Kontrolle bzw. den Zugriff auf das Betriebssystem voraus.

 

Lokale Zugriffsbeschränkung

Wenn, wie oben aufgeführt, ein physischer Zugriff auf den Player erforderlich sein muss, so sollte dies nur in geregeltem Ausmaß möglich sein. Dies kann man unter anderem dadurch erreichen, indem relevanten Ports nur temporär freigegeben werden. Sofern dies zu umständlich ist und die Ports dauerhaft verfügbar sein müssen, so sollte der lokale Zugriff nur über eine externe Autorisierung freigegeben werden, bspw. in Form eines USB-Sticks bzw. separat gespeicherten Authentifikation-Keys. Offene Ports ohne entsprechende Zugriffskontrolle sind ein Einfallstor, das früher oder später genutzt wird.

 

Zugriffsbeschränkung Remote-Access 

Analog zu den lokalen, physischen Zugriffsbeschränkung sollte dies ebenfalls in der virtuellen Variante berücksichtigt werden – Stichwort Remote-Zugriff. Da das Gefahrenrisiko im Vergleich zur physischen Variante mit einem potentiellen Zugriff via Internet um ein vielfaches höher liegt, sollten auch hier entsprechende Vorkehrungen getroffen werden. Mit den Anforderungen zur Absicherung als der Datenübertragung als Grundlage, sollte nur über ein geschützte Verbindung auf den Player zugegriffen werden. In Ergänzung zu den zuvor genannten Optionen ist hier der Zugriff via ssh zu nennen. Um die Zugriffsmöglichkeiten Externer zu limitieren,  ist darüber hinaus eine IP-Beschränkung in Kombination mit weiteren Authentifikationen zu prüfen.

 

Verschlüsselung der lokal gespeicherten Daten

Zu guter Letzt ist im Bereich Compliance, Sicherheit und Datenschutz die Speicherintegrität bzw. die Hoheit über die auf dem Player gespeicherten Daten zu nennen. Wenn aus irgendeinem Grund, der Schutz vor ungewollten physische bzw. virtueller Zugriff auf den Player fehlschlagen sollte, so ist zumindest der Abfluss von sensiblen Informationen bzgl. den Möglichkeiten auf ein Minium zu reduzieren. Neben der Verfügbarkeit entsprechender Hardware, bspw. in Form von TPM-Modulen, ist die Art der Datenspeicherung der Digital Signage Software zu prüfen. An der Stelle ist relevant zu wissen, ob Daten in Reinform oder in verschlüsselter Form gespeichert werden bzw. ob die Digital Signage Software überhaupt eine Verschlüsselung unterstützt. Ironischer Weise wären alle vorangegangenen Mühen umsonst, wenn entsprechende Daten einfach von der Festplatt ausgelesen werden können.

 

 

6. Checkliste

Mit dem Punkt zur Checkliste sind wir am Ende des Guides angekommen. Wenn Sie strategisch vorgehen und insbesondere den konzeptionellen und den organisatorischen Fragestellungen genügend Platz einräumen, sollte bei der Wahl einer geeigneten Digital Signage Software nichts mehr schief gehen. Wir können Ihnen nur wärmstens ans Herz legen, die für Ihr Geschäft kritischen Anforderungen vor dem Erwerb bzw. dem Roll-Out der Software zu prüfen, denn bei einer geschäftskritischen Softwarelösung gilt: „better safe, than sorry“. Die beigefügt Checkliste soll Ihnen hierbei als Orientierung dienen und mit Berücksichtigung der wichtigsten Kernfragen Klarheit in der der Entscheidungsfindung geben.


Checkliste – Digital Signage Software

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Bei offenen Fragen & Feedback stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.
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